Apparaturen - vom Dunkel ins Licht, 2021

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In der vorliegenden Arbeit, die von der VG Bildkunst durch ein Stipendium gefördert wurde, habe ich jene stillgelegten Maschinen und Geräte fotografisch inszeniert, die für mindestens ein Jahrhundert für analoge bildgebende Verfahren unentbehrlich waren: der ausrangierte und zu musealer Inszenierung überführte Gerätepark zur Filmherstellung im Industrie- und Filmmuseum Wolfen. Seine technisch überholte Ausstattung repräsentiert die Epoche analoger Fotografie.

Die Filmfabrik, zuerst AGFA/später ORWO, wurde 1909/10 aufgebaut. Zwischenzeitlich war sie die größte Produktionsstätte dieser Branche in Europa. Die gesamte Filmherstellung fand unter absoluter Ausschließung von Licht statt - fast alle Maschinen mussten somit im Dunkeln bedient werden.

In meinen Fotografien sollen der historische Aspekt und die mediale Wirklichkeit im übertragenden Sinne folienart übereinander gelegt werden. Abbildung und Abbildungsverfahren verbinden sich in der fotografischen Inszenierung/im künstlerischen Resultat. Konzeptionell treffen hier analoger Bildgegenstand und digitale Methode aufeinander.

Außerdem konnte ich Kontakt zu den Herausgeberinnen einer Publikation mit dem Titel: „Die Frauen von ORWO - 13 Lebensbilder“ (Kiepenheuer, 1995) aufbauen, die für dieses Buch Interviews mit ehemaligen Arbeiterinnen aufzeichneten. Ich habe die Erlaubnis bekommen, kurze Auszüge aus den Interviews als Textebene für die Arbeit zu verwenden. Diese kombiniere ich mit den ehemaligen Arbeitsstühlen, auf denen die Frauen gesessen haben - für mich ein materialisiertes Symbol gelebter Lebens- und Arbeitszeit.